Revue der Damenbundesliga: ERG Iserlohn

Beide Titel verteidigt! So kann man unter dem Strich die Saison und den Erfolg der Damenmannschaft der ERG Iserlohn zusammenfassen. Doch ein genauerer Blick auf die letzte Spielzeit lohnt sich.

12 Spiele, 12 Siege, im Schnitt keine zwei Gegentore pro Partie. Die Vorrundenbilanz liest sich absolut eindrucksvoll. Doch so manche Siege waren ein echt hartes Stück Arbeit. Während sich Recklinghausen insgesamt 18 Gegentore einschenken ließ und auch Remscheid (1:7, 2:7) hier nicht unbedingt glänzte, zeigte sich zumindest in einem Spiel der SC Bison Calenberg als harte Nuss. Doch Iserlohn rettete das 4:3 über die Zeit und auch gegen Cronenberg drehten die Rot-Weißen einen Rückstand zum 4:1-Sieg. Der Rest war pure Dominanz. Anders sah es dann in den Playoffs aus. Während im Halbfinale Calenberg im ersten Spiel (8:4) keine Probleme darstellte, wehrten sich die Bisons gegen das Aus und führten teilweise mit 4:2. Doch Iserlohn drehte die Partie mit 5:4. Im ersten Finalspiel drehten die Iserlohnerinnen einen 0:2 Rückstand gegen Remscheid und erzielten durch die Neuberts rest in der 45. Minute den Ausgleich und in der 50. Minute gar den Siegtreffer. Das Rückspiel war genaus eng. Wieder triumphierte der Altmeister mit 3:2. Der Siegtreffer fiel dieses Mal vier Minuten vor Ablauf der Uhr. Im DRIV-Pokal wurde der RRV Gottmadingen glatt mit 7:0 weggeräumt. Auch die Moskitos (10:2) und Calenberg (8:3) hatten nichts entgegenzusetzen. Im Finale stand wieder die IGR Remscheid auf der Platte. Und diese konnten das erste Spiel am Hemberg tatsächlich mit 1:0 durch einen Direkten in der 49. Minute für sich entscheiden. Eine historische Niederlage der ERG. An die letzte muss man sich schon sehr lange zurückerinnern. Das Rückspiel in Remscheid war ein Spektakel, Remscheid führte früh, Iserlohn drehte auf 3:1. Remscheid vergab zwei Direkte und konnte trotzdem auf 2:3 verkürzen. In der 44. Minuten zielte Svenja Runge genau und nahm einen halbhohen Querpass volley und vollendete die Iserlohner Titelträume mit dem Pokalsieg.

Genau sieben Tore pro Partie und keine zwei Gegentore jeweils. Die Torebilanz der Iserlohnerinnen ist beeindruckend. Keine andere Mannschaft hat einen besseren Sturm oder eine bessere Defensive. Mittelmaß sind sie allenfalls in der Fairplaytabelle. Platz 4 begründen sich in 90 TF und drei blauen Karten. Die Teamfouls sind sogar der zweithöchste Ligawert. Wenn es ums Toreschießen geht, fällt ein Name: Maren Wichardt. Die Ausnahemspielerin ergatterte mit 37 Toren in 11 Spielen mit Abstand die Torjägerkanone. Aber auch Katharina Neubert (12/9), sowie Kimberly Scheer (8/9) und Franziska Neubert (8/10) trugen zum ersten Platz bei.

Fazit

Die Iserlohner Erfolgswelle läuft weiter. Allerdings bricht jede Welle irgendwann und auch wenn am Hemberg weiterhin gefeiert wird, hat es doch einen Beigeschmack. Der Nimbus der Unbesiegbarkeit, der immer mal wieder gewackelt, aber stets gehalten hat, wurde zerstört. Und das gerade von einer der jüngsten Mannschaften der Liga. In Iserlohn muss man sich nun Gedanken machen, wie man den Spitzenplatz der Liga beibehalten kann. In der Liga wird wohl aufgrund der hohen Konstanz und Dominanz erstmal noch kein Weg an ihnen vorbeiführen, aber in den Playoffs und noch mehr im Pokal kann ein einziges Spiel entscheiden. Und hier könnte die Luft in Zukunft etwas dünner werden, denn am Thron wird gewackelt.