Der Mannschaftskapitän

Der Mannschaftskapitän (MK) vertritt seine Mannschaft während des Spiels. Er ist der einzige Spieler, der mit den Schiedsrichtern (SR) hinsichtlich irgendwelcher Spielsituationen verhandelt. Der MK kann Eingaben formulieren, einschließlich technischer Proteste zum Spiel, allerdings ohne die Entscheidungen der SR zu diskutieren. (Handbuch für RH-SR, Ziffer 5)

Aufgaben des Mannschaftskapitäns
– Vor dem Spiel –

  • Tragen einer andersfarbigen Armbinde – auch während und nach dem Spiel. (Art. 16.4.4 TR)
  • Nach Aufforderung durch die HSR Beteiligung an der Auswahl des Balls für das Spiel ge-meinsam mit dem MK der gegnerischen Mannschaft (Art. 32.2.2 SPR 2017)
  • Anmeldung administrativer Proteste (Art. 34.1.2 SPR 2017; Nichtbeachtung der Technischen Regeln (TR) wie z.B. schlechter Zustand des Spielfelds, der Markierungen, der Torgehäuse, der Banden etc.) vor Beginn des Spiels!!
    Daraus folgt: Nach Beginn des Spiels sind administrative Proteste nicht mehr möglich.

– Während des Spiels –

  • Teilnahme an der Wahl des Tores und welches Team das Penaltyschießen beginnt. (Art. 6 SPR 2017)
  • Ansprechpartner der HSR bei Antispiel (Art. 10 SPR 2017; im Wiederholungsfall BK für beide MK!!).
  • Sofern seine Mannschaft mit weniger als der geforderten Anzahl spielt, obwohl noch spiel-fähige Spieler vorhanden sind, müssen die HSR dem MK eine Rote Karte zeigen, falls ein Trainer, Assistenztrainer oder Mannschafts-delegierter nicht (mehr) anwesend sind (Art. 12.4.1 SPR 2017).
  • Ansprechpartner der HSR, falls sich ein TW seiner Mannschaft weigert, seine Schutzaus-rüstung für einen Mitspieler bereitzustellen. (Art. 17.5.1.1 SPR 2017)
  • Die HSR informieren beide MK bei endgültigem Spielabbruch nach einem eingetretenen Schaden (am Spielfeld, an den Banden, am Gebäude usw.), der nicht mehr behoben werden kann. (Art. 21.4.3 SPR 2017)
  • Die HSR müssen dem MK eine Rote Karte zeigen wegen eines Eingriffs ins Spiel durch einen Angehörigen seiner Mannschaft, falls dieser Verursacher nicht identifiziert werden kann und ein Trainer oder Delegierter nicht (mehr) anwesend sind. (Art. 24.2.2.3 SPR 2017)
  • Die HSR müssen dem MK eine Rote Karte zeigen, falls ein Spieler seiner Mannschaft während der Ausführung eines Penalty oder eines direkten Freistoßes vor dessen Abschluss auf das Spielfeld geschickt wird und ein Trainer, Assistenztrainer oder Mannschafts-delegierter nicht (mehr) anwesend sind. (Art. 30.9.5.3 a SPR 2017)

Während einer Spielunterbrechung –

Anmeldung technischer Proteste (gegen angeb-lich “falsche Entscheidungen” oder technische Fehler, die von den HSR während des Spiels aus-gegangen sein könnten.), einschließlich der späteren Abzeichnung im Spielbericht. (Art. 34.2.2 SPR 2017)

– Nach dem Spiel – 

  • Spielbericht unterschreiben (Art. 15.3 TR 2017) à Bei Weigerung = Sonderbericht der HSR.
  • Die MK unterschreiben den Spielbericht stets vor den HSR (Art. 15.4 TR 2017)
  • Zeichnung der von den HSR ein-getragenen Gründe für den technischen Protest durch beide MK (Art. 34.2.3.2 SPR 2017).
  • Anmeldung technischer Proteste (gegen angeblich “falsche Ent-scheidungen” oder technische Fehler, die von den SRn während des Spiels ausgegangen sein könnten.), einschließlich deren Abzeichnung im Spielbericht. (Art. 34.2.2 SPR 2017)
  • Anwesenheit beider MK in der Umkleidekabine der SR zur Unterschrift, falls zuvor Proteste for-muliert wurden. (Handbuch für RH-SR Ziffer 6 (3))
  • Nur nachdem Proteste vorgebracht wurden, unterschreiben die MK den Spielbericht in der Umkleidekabine der SR (Handbuch für RH-SR Ziffer 12)

Verfahrensablauf bei Protesten
– Administrative Proteste –

Sie beziehen sich insbesondere auf die äußeren Bedingungen, die für ein Spiel notwendig sind, und nur insoweit, als sie sich nach Auffassung des MK auf das Spiel auch negativ auswirken. Hierzu zählen z. B. schlechter Zustand des Spiel-felds, der Markierungen, der Torgehäuse, der Banden, aber auch eine schlechte Ausleuchtung des Spielfelds usw.

Administrative Proteste können nur vor Beginn des Spiels vorgebracht werden.

MK Team B bringt gegenüber einem der HSR offiziell einen administrativen Protest vor. Dieser HSR informiert sofort den anderen HSR und – soweit vorhanden – den ASR sowie den MK des gegnerischen Teams oder (bei Abwesenheit des MK) dessen Delegierten darüber. Außerdem veranlasst er, dass der Protest im Spielbericht kurz notiert wird.

– Technische Proteste –

Sie beziehen sich gegen angeblich “falsche Entscheidungen” oder technische Fehler, die von den HSR während des Spiels ausgegangen sein könnten. Nicht gemeint sind jedoch Fehler in den Tatsachenfeststellungen der SR, die in der Folge dann zu falschen Entscheidungen führen, wie z. B. letzte Berührung beim Ausball, Rote Karte gegen den falschen Spieler, fehlende Teamfouls gegen die gegnerische Mannschaft, Blaue Karte aufgrund angeblich falscher Wahrnehmung usw.

Technische Proteste können die MK während des Spiels vor-bringen – aber nur anlässlich einer Spielunterbrechung. Es ist dabei empfehlenswert, die HSR ruhig und sachlich anzusprechen, zumal beide Seiten (HSR + MK) die entsprechende Ausformulie-rung ohnehin erst nach dem Spiel vornehmen.

Auch in diesem Fall informieren die HSR den jeweiligen MK des gegnerischen Teams über den Sachverhalt. Den entsprechenden Eintrag im Spielbericht nehmen die HSR nach Beendigung des Spiels (ggf. in ihrem Umkleideraum) vor. Sie sollen sich dabei mit dem MK möglichst auf einen kurzen Text einigen, der den Sachverhalt umreißt und den zuständigen Gremien einen Eindruck vermittelt, worum es geht.

Warten auf den anderen MK und den zweiten HSR zur Auswahl des Spielballs.

Auch nach dem Spiel können die MK noch technische Proteste vorbringen. Mit der Unter-zeichnung des Spielberichts durch die HSR endet dieses Recht jedoch.

Ein Beitrag der Schiedsrichterkommission