Knappe Niederlage nach dramatischem Finale

(tg) Platz 10 in der Abschlussrangfolge steht am Ende der Rollhockey-Weltmeisterschaft in Nanjing für die deutsche Auswahl zu Buche. In einem dramatischen FIRS-Cup-Finale gegen Nachbar Frankreich hieß letztlich 4:6 für die Gallier.

Ihren letzten Auftrag erledigten zuvor bereits die beiden deutschen Schiedsrichter Thomas Ehlert und Thomas Ullrich beim Spiel um Rang 15 zwischen den USA und Ägyp- ten (6:1).

Deutschland – Frankreich 4:6 (2:3)

Milan Brandt verhalf den Mannen von Bundestrainer Jordi Molet zu einem Traumstart, als er die Hartgummikugel nach gerade einmal 74 Sekunden ins gegnerische Tor beförderte. Doch der Vorsprung hielt nicht lange: Den Penaltyschuss von Remi Herman konnte DRIV-Keeper Patrick Glowka zwar noch abwehren, doch der Abpraller landete genau auf dem Schläger des Schützen, der blitzschnell reagierte und seinen zweiten Versuch somit zum Ausgleich nutzte (5.).

In der Folge war boten sich beide Mannschaften einen flotten Schlagabtausch mit zahlreichen Torraumszenen, wobei die Deut- schen offenbar das Pech an den Schlägern kleben hatten: Selbst beste Gelegenheiten führten partout nicht zum Erfolg. Auf der Gegenseite verzweifelten die Franzosen zwar auch mehrfach an ihrem Abschluss(un)vermögen. Doch letztlich stand ihnen das nötige Quäntchen Glück zur Seite – Carlo Di Benedetto traf zum 2:1 (16.).

Drei Minuten vor Ablauf der ersten 25 Minuten musste sich Patrick Glowka ein drittes Mal geschlagen geben, Mathieu Le Roux erhöhte für die Franzosen. Doch Lucas Karschau ließ die Gallier nur kurz jubeln, als er nur eine Minute später wieder auf ein Tor verkürzte. Die deutschen Hoffnungen beflügelte überdies, dass die gegnerischen Akteure bis dahin schon neun Teamfouls ge- sammelt hatten.

Allerdings bewiesen die Franzosen fortan eine erstaunliche Disziplin, ließen sich bis zum Abpfiff (also immerhin noch 27 Minuten!) kein weiteres Vergehen mehr ankreiden. Zudem waren sie in punkto Treffgenauigkeit weiter effektiver, denn Bruno Di Benedetto (31.) und Carlo Di Benedetto (44.) erhöhten im weiteren Verlauf auf 5:2.

Noch aber gaben sich die deutschen Adler nicht geschlagen und bliesen zur Schlussoffensive, in der es mit einem Mal auch mit der Chancenverwertung klappte: Binnen 90 Sekunden verkürzten Tarek Abdalla (45.) und Nils Hilbertz (47.) auf 4:5. Hätte in die- ser Phase Milan Brandt seinen Penalty verwertet (45.) – der Gleichstand wäre geschafft gewesen. So aber mussten die DRIV- Akteure weiter hohes Risiko gehen, um die Verlängerung noch zu erreichen. Ein Konter von Bruno Di Benedetto machte diesen Plan 80 Sekunden vor dem Ende jedoch zunichte.

Deutschland: J. Kutscha, P. Glowka; L. Karschau, M. Brandt, K. Milewski, T. Abdalla, S. Haas, L. Hages, C. Rindfleisch, N. Hil- bertz. – Frankreich: B. Bonneau, L. Debrouver; A. Le Berre, B. Di Benedetto, R. Herman, O. Nedder, R. Di Benedetto, M. Le Roux, F. David, C. Di Benedetto. – Schiedsrichter: S. Insua (ARG) / R. Torres (POR).

Torfolge: 1:0 (1.) M. Brandt, 1:0 (5./Penalty) R. Herman, 1:2 (16.) C. Di Benedetto, 1:3 (22.) M. Le Roux, 2:3 (23.) L. Karschau, 2:4 (31.) B. Di Benedetto, 2:5 (44.) C. Di Benedetto, 3:5 (45.) T. Abdalla, 4:5 (47.) N. Hilbertz, 4:6 (49.) B. Di Benedetto. – Zeitstrafen: GER 2 min (S. Haas/.) – FRA 0 min – Teamfouls: GER 11 – FRAU 9